Zum Jahreswechsel

Da sich das Jahr langsam dem Ende neigt, möchten wir uns an dieser Stelle bei allen Mitgliedern, Sponsoren und Freunden für ihr ungebrochenes Engagement bedanken. Wenngleich wir unsere Aktivitäten situationsbedingt stark einschränken mussten, konnten wir aus zahlreichen Gesprächen erfahren, dass das Thema „Windräder an unserer Bergstraße“ nach wie vor bei unseren Mitbürgern präsent ist. Letztlich ist noch nicht entschieden, ob in den Konzentrationszonen 10 und 11 auf Hirschberger und Schriesheimer Gemarkung bis zu elf Windräder der neuen Generation gebaut werden – oder nicht. Insgesamt ist der Ausbau der Windenergie in der Bundesrepublik nach 2019 auch in 2020 weiter ins Stocken geraten. Da gleichzeitig mehr als 200 Windräder aus der Förderung fallen – nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“) läuft diese nach 20 Jahren aus – ist es zwangsläufig zu einer „Neuorientierung“ bzw. zu einer Ergänzung des EEG gekommen, die noch in diesem Jahr verabschiedet werden soll. Es geht dabei nicht nur um die „Aufweichung“ der bestehenden Abstandsregelung, sondern insbesondere um „einen Ausgleich zwischen Naturschutzanliegen und dem dringend notwendigen Ausbau der Windenergie“ (Pressebox 10.11.2020 Bundesverband Neue Energiewirtschaft e.V.) – was nichts Anderes bedeuten würde, bestehende Naturschutzgesetze auszuhebeln. Insofern werden wir auch im kommenden Jahr gut beschäftigt sein. Zunächst wünschen wir allen Lesern eine beschauliche Weihnacht und einen behutsamen Übergang ins Neue Jahr – bleiben Sie gesund.

Der Vorstand

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Konzentrationszonen 10 und 11: Windräder auf Hirschberger/Schriesheimer Gemarkung

Wenn wir uns längere Zeit nicht gemeldet haben, liegt das an zwei Dingen. Corona-bedingt mussten auch wir unsere Aktivitäten einschränken; unsere vierzehntägigen Gesprächsrunden konnten nicht stattfinden und zum Zweiten – zur Sache, i.e. zum Bau von bis zu elf Windrädern auf den Gemarkungen Hirschberg/Schriesheim – gibt es bis dato keine relevanten Neuigkeiten. Auf unsere aktuelle Nachfrage beim Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim („NBV“), der letztlich über das Vorhaben entscheiden wird, wird uns mitgeteilt, dass „es für unsere weiteren Schritte Voraussetzung ist, dass sich bei verschiedenen externen Rahmenbedingungen was tut „. Wir können diese Aussage nur dahingehend interpretieren, dass man auf entsprechend weitere Vorgaben bzw. Entscheidungen der Landesregierung wartet; wie lange, bleibt abzuwarten; der Hinweis auf die am 14. März 2021  stattfindende Landtagswahl sei hier gestattet. Weiter heißt es: „Hierzu (also zu den Rahmenbedingungen) gehört beispielweise das Inkrafttreten des neuen Regionalplans zum Thema Windenergie. Dieser ist nach unserer (also des NBV’s) Kenntnis durch den Verband Region Rhein-Neckar zwar beschlossen, aber noch nicht genehmigt worden.“ Abschließend geht der NBV davon aus, dass es bis zu nächsten Beschlüssen noch dauern werde – was für uns nichts Anderes bedeutet, als weiterhin „hart am Wind“ zu bleiben. 

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BI spendet für Aufforstung

Als Zeichen der Solidarität  hat sich die BI Gegenwind Schriesheim-Hirschberg e.V. – als überparteiliche Organisation – an einer Spendenaktion der CDU Schriesheim beteiligt; diese hatte zur „Aktion Wald“ aufgerufen. Wir haben  € 360 für dreißig Setzlinge im Schriesheimer Wald für diese Aktion gespendet und wollen damit ein wenig zur Erhaltung bzw. zur Rettung unseres Waldes beitragen – und untermauern gleichzeitig unser Motto:  „Waldschutz ist Klimaschutz“.

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In eigener Sache

Mitgliederversammlung

Der Vorstand hat auf seiner letzten Sitzung beschlossen, in diesem Jahr keine Mitgliederversammlung abzuhalten, diese sollte ursprünglich im März stattfinden; wir bitten unsere Mitglieder um Verständnis. Situationsbedingt haben wir unsere Arbeit eingeschränkt – wir geben aber nicht auf!

Neue Konto-/IBAN-Nummer

Aufgrund der neuen Konstellation hat sich unsere Konto-/IBAN-Nummer bei der Volksbank Kurpfalz geändert:

DE 96 6700 9230 0003 3303 327

Wir bitten um Beachtung.

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Jahreshauptversammlung wird verschoben

Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

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Wann kommt der große Blackout?

Wie wir inzwischen alle mitbekommen haben, wurde Block 2 des AKW Philippsburg am 31.12.2019 abgeschaltet. Damit verfügt Baden-Württemberg über 13 % weniger Strom, der durch erneuerbaren bzw. französischen Kernkraft-Strom ersetzt werden soll. Dabei ist zu beachten, dass dieser Anteil etwa 25 % grundlastfähiger Strom ist. Ersatz soll z. T. durch Windkraft oder Photovoltaik erfolgen. Dazu müßte ein Wind von mind. 22,5 km/h (6,25 m/s) konstant Tag und Nacht zur Verfügung stehen oder die Sonne auch nachts scheinen. Durch Windmessungen in Schriesheim in den letzten 8 Wochen wurden Windgeschwindigkeiten in ca. 150 m über Tal überwiegend unter 5 km/h* und kurzzeitig unter 10 km/h* als nicht ausreichend festgestellt (*korrigiert von m/s auf km/h). Beides ist somit realitätsfremd wie die gesamte unabgestimmte Energiewende. Und jeder mag selber darüber urteilen, warum sichere deutsche Kernkraftwerke abgeschaltet werden und dafür französischer ATOM-Strom importiert wird/werden soll.

Der ehemalige Leiter des IFO-Institutes, H-W. Sinn,  weist unermüdlich darauf hin, dass ein Grundlastpotential in Höhe des gesamten erforderlichen Strombedarfs vorgehalten und – falls erforderlich – jederzeit zuschaltbar sein muß, damit die Wirtschaft der Bundesrepublik aufrecht erhalten werden kann. Auch für die Produktion von e-Autos wird Strom benötigt – wesentlich mehr als für Autos mit Verbrennungsmotor. Der zusätzliche Strom für die e-Mobilität ist auch zu berücksichtigen. In einer kürzlichen Vorschau 2030 im MTB 50/2019 Schriesheim (www.gegenwind-schriesheim.de) wurde bereits darauf hingewiesen, was bei einem angenommenen Blackout 2030 alles nicht mehr funktioniert; das kann nun durchaus früher eintreten. Auch mit vielen Toten ist in Deutschland u. a. durch Ausfall lebenserhaltender Systeme zu rechnen; Telefone, Rundfunk und TV als Informationsmedien funktionieren dann auch nicht mehr. Da mit der Abschaltung Philippsburg und weiteren Abschaltungen von Kern- und Kohlekraftwerken der Zeitpunkt eines angenommenen Blackouts  2030 immer näher auf uns zukommt, scheint auch die Bundesregierung die mögliche große Katastrophe zu erkennen. Deshalb wurden bereits 33,5 Mio. EUR zur Anschaffung von ca. 3.700 Notstromaggregaten  durch den THV zur Verfügung gestellt die jetzt als „Netzunterstützungsaggregate“ bezeichnet werden, da der Hinweis auf „NOTSTROM“ bei Wählern negativ ankommen könnte. Diese werden aber bei Weitem nicht ausreichen, um sinnvoll über ganz Deutschland verteilt zu werden und entsprechende Wirkungen zu erzielen. (Extrakt ex MTB Schriesheim/Goerlach).

Anmerkung:

Dieser Beitrag war für das Mitteilungsblatt der Gemeinde Hirschberg in der Kalenderwoche 03/20 (17.01.2020) vorgesehen. Die Verwaltung konnte sich jedoch zu einer Veröffentllichung nicht durchringen, da ihr der „örtliche Bezug“ fehlte.

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Windindustrie trifft Don Quijote

Gleich nach Jahresbeginn haben sich Vorstand und Beirat getroffen – nicht nur, um das neue Jahr zu begrüßen, sondern auch, um die letzten Meldungen betreffend Windenergie etc. zu erörtern. Die politische Diskussion über die vorgesehene neue Abstandsregelung (wir haben berichtet) hat weiter an Fahrt aufgenommen und dabei auch die Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen an Land in Frage gestellt. Die Windindustrie beschwert sich darüber, dass das Ausschreibungs- und Genehmigungsverfahren zu kompliziert und zu langwierig sei und damit verhindere, dass bis zum Jahre 2030 erneuerbare Energien 65% des deutschen Stromverbrauchs ausmachen sollen. Tatsächlich werden oft nur wenige Gebote für den Bau von Windrädern (an Land) eingereicht, da das entsprechenden Gebot nur mit vorentwickelten Anlagen eingereicht werden kann, was nichts Anderes bedeutet, als dass vorher bereits erhebliche Kosten anfallen, die bei Nichtannahme des Gebotes verloren sind. Es bleibt spannend, wie sich die Dinge hier weiter entwickeln.

Unterdessen hat die Aussage des früheren Präsidenten des ifo-Instituts für Wirtschaftsförderung, Hans-Werner Sinn, für Aufmerksamkeit gesorgt: „Wir kommen um Atomkraft nicht herum“ heißt seine These, die er damit begründet, dass „man nicht gleichzeitig aus der Kohle und der Atomenergie aussteigen (kann) und dann zusätzllich noch mit dem Umstieg auf Elektroautos den Stromverbrauch massiv erhöht.“ Es gibt zahlreiche Wissenschaftler, die die These unterstützen, zumal mit Atomkraft das Co2-Ziel eher erreicht werden kann. Unser schwäbischer Umweltminister hat dazu seine eigene Sicht wenn er meint, dass immer „ausreichend Strom zur Verfügung“ stehen werde, da man ja notfalls Strom aus den Nachbarländern importieren könne – SIC!

Und dann sind wir gespannt, wenn wir Hirschberger und Schriesheimer demnächst aufgefordet werden, uns an den vorgesehenen Windrädern im Gebiet der Hohe Waid/Schriesheimer Hütte, finanziell zu beteiligen, damit wir die Ungetüme akzeptieren und „freundlich“ finden. Wir sind der Meinung, dass dieser Vorschlag aus Reihen der SPD unseriös ist, wenngleich es vereinzelt Gebiete im Nordosten Deutschlands gibt, in denen dieses bereits praktiziert ist (via sog. Bürgergenossenschaften). Heftige Kritik zu diesem „Windbürgergeld“ ist bereits im Umlauf. Wir jedenfalls fühlen uns eher als Don Quijote und werden uns nicht prostituieren; deshalb bleiben wir auf unsere Art und Weise „hart am Wind“.

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Zu guter Letzt

Da sich das Jahr langsam verabschiedet, möchten wir uns bei allen Mitgliedern, Sponsoren und Freunden für ihre Unterstützung und Zuwendungen sehr herzlich bedanken. Wir haben auch in dem nunmehr zu Ende gehenden Jahr nicht nachgelassen, unseren Nachbarn – den Bewohnern an der Bergstraße – die Thematik Windkraftindustrie in unserer nahen Umgebung immer wieder in Erinnerung zu rufen, insbesondere über die Mitteilungsblätter in Schriesheim und Hirschberg. Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass diese bis zu 200m plus hohen Ungetüme nicht in unsere Naturlandschaft gehören, zumal sie aufgrund der mangelnden Windhöffigkeit auch nicht wirtschafltich betrieben werden können. Wir werden daher auch im Neuen Jahr die weitere Entwicklung aufmerksam und kritisch verfolgen. Damit wünschen wir allen Lesern eine besinnliche Weihnacht und ein unbeschwertes Übergleiten nach 2020.

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Wird die Abstandsregelung gekippt?

In unserem letzten Beitrag hatten wir über den von unserem Wirtschaftsminister Peter Altmaier eingebrachten Gesetzentwurf berichtet, Windräder bundesweit nur in einem Abstand von 1000 Metern zum bebauten Gebiet zuzulassen. Der Aufschrei der Industrie war groß, da man unverzüglich festgestellt hat, dass durch diese Regelung der Windkraftausbau praktisch zum Erliegen kommen, sich zumindest aber um mehr als die Hälfte reduzieren würde. Passend zur Szenerie hat dann ein Windkrafthersteller unverzüglich den Abbau von 3000 Stellen bekanntgegeben, wodurch der Durck auf unserere Politiker entsprechend gesteigert werden konnte. Wir unterstellen allerdings keinen Zusammenhang zum Beschluss auf dem Energieministertreffen am 03. Dezember in Berlin. Hierin ist von einer Abstandsregelung nicht mehr die Rede. In Punkt 2k heißt es: „Für On-Shore-Windenergie muss ein entschlossener Ausbau in einer Größenordnung von mind. 5GW pro Jahr erfolgen – auch um den anstehenden umfänglichen Rückbau alter Anlagen zu kompensieren. Die Bundesregierung wird angesichts der Notwendigkeit des EE-Ausbaus aufgefordert, die beabsichtigten Regelungen für Windenergie an Land so zu gestalten, dass ein hinreichender Zubau neuer Anlagen und das Repowering ermöglicht wird“. Und weiter (Punkt 4a): “Die planerischen Spielräume für Windenergie dürfen nicht weiter eingeschränkt werden, um das Repowering an etablierten und geeigneten Bestandsorten zu ermöglichen.“ Nun ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, aber wir können davon ausgehen, dass hier „jemand“ einknickt. Die Abstandsregelung ist auch für die auf Hirschberger/Schriesheimer Gemarkung vermerkten Konzentrationszonen für insgesamt 11 Windräder von mitentscheidender Bedeutung. Wir bleiben dran und damit „hart am Wind“!

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Und jetzt auch noch die A-Frage!

Wat dem een sin Uhl, is dem annern sin Nachtigal. Unser Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat endlich das Thema aufgegriffen, worüber seit Beginn der Windkraft-Ära gestritten wird: die Abstandsregelung. Bisher gab es in der Bundesrepublik keine einheitliche Regelung. Während im Norden zum Teil Abstände zwischen Windrad und Wohnhaus von gerade einmal 400m zugelassen wurden, waren es bei uns in Baden-Württemberg aller Regel nach mindestesn 700m. Die Bayern waren da etwas schlauer und hatten sich auf „10H“ verständigt, was bedeutet, dass der Abstand mindestens zehnmal die Höhe des jeweiligen Windrads sein muss. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht nunmehr einen einheitlichen Abstand von mindestens 1000m vor, für den auch wir von Beginn an geworben haben. Zudem sollen die Windkraftbetreiber an den Kosten des Netzausbaus beteiligt werden, die ihren Strom in Gebiete mit überlasteten Netzen einspeisen.

Wie immer, gibt es unterschiedliche Sichtweisen. Die Windkraftindustrie bezeichnet die Regelung als „massiven Schaden“ für den weiteren Ausbau der Windenergie an Land, der damit sehr eingeschränkt würde und fürchtet gleichzeitig einen „massiven Arbeitsplatzabbau“. Auf der anderen Seite sehen sich die Kritiker des Ausbaus bestätigt, dass mit dem Gesetzentwurf mit dieser klaren Vorgabe die Diskussion über die Abstandsregelung beendet wäre, gleichzeitig es aber auch zu einer Entlastung gerade ländlicher Gebiete käme. Die Regelung soll auch für das Re-Powering gelten, d.h. für die Erneuerung veralteter Anlagen. Und nun beginnt die Diskussion von neuem: Die Umweltministerkonferenz in der letzten Woche (dreimal „Grün“, je einmal CDU und SPD) hat unter anderem beschlossen, „dass die Festlegung eines bundesweiten Abstands zur Wohnbebauung ein falsches Signal für den ohnehin fast zum Erliegen gekommenen Ausbau der Windenergie an Land darstellt“ und hat die Bundesregierung dementsprechend aufgefordert, die Vorlage zu ändern. Nun warten wir ab, was dabei herauskommt.

Unterdessen hat die Rhein-Neckar-Zeitung am 14.11.2019 im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Abstandsregelung auch über die „aktuellen Konzentrationszonen für möglliche Windkraftanlagen“ berichtet, zu denen unverändert auch die „Schriesheimer Hütte (Schriesheim/Hirschberg)“ gehöre. Eine entsprechende Nachfrage beim Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim über den aktuellen Stand der Dinge hat uns auch diesmal nicht weitergebracht, denn – wie es heißt – gehe man „aufgrund der genannten Änderungen (hier wird Bezug genommen auf den Regionalplan) davon aus, dass es bis zu den nächsten Beschlüssen noch dauern wird.“ Was für uns nichts Anderes heißt, als weiterhin und unvermindert „hart am Wind“ zu bleiben!

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