Honi soit qui mal y pense!

Wir gehen unverändert davon aus, dass wir noch nicht aus der „Schusslinie“ ´raus sind: Die Konzentrationszonen 10 und 11 (Schriesheim/Hirschberg und Schriesheim/Dossenheim) gelten unverändert als mögliche Standorte für zunächst jeweils fünf Windräder – mit der Option einer späteren Erweiterung auf max. elf (zumindest in der Zone 10). Wenn die FAZ am 30. Januar getitelt hat: Der Windkraft geht die Puste aus, sollten wir uns hiervon nicht blenden lassen. Wie dort zu lesen war, sei der Ausbau von Windkraftanlagen sowohl off- als auch on-shore im vergangenen Jahr „stark zurückgegangen“; die zuständigen Behörden sprechen von einem „dramatischen Einbruch“. Der Nettozuwachs an Windkraftanlagen lag in Deutschland demnach 2018 bei 538 auf rund 29200 Anlagen mit einer installierten Leistung von 53 Gigawatt (1 GW sind eine Milliarde Watt). Doch Theorie und Praxis liegen meilenweit auseinander. Zwei Beispiele (Quelle: Bundesnetzagentur/SMARD/Marktdaten): Von der installierten Leistung (53GW) konnte am 24. Februar der Windstrom „on-shore“ am gesamten Stromverbrauch i.H. 51,317 GW einen Anteil von 0,641 GW (i.e.1,25%) beisteuern; am 28. Februar lag der on-shore-Beitrag immerhin bei 16,59%, am stürmischen Rosenmontag dürfte er bei über 40% gelegen haben. Das alles zeigt die enorme Volatilität des Windstroms, was ja nicht neu ist, aber von unseren „Umstromerm“ einfach nicht verstanden wird. Solange es keine Speichermöglichkeit für überschüssigen Windstrom gibt, können wir auf unsere konventionellen Kraftwerke nicht verzichten. Insofern ist der Entschluss zum „Kohleausstieg“ voreilig und grenzt an Spekulation. Das Großkraftwerk Mannheim, eines der modernsten weltweit, soll im Jahre 2038 abgeschaltet werden, obwohl es bis mindestens 2055 ausgelegt ist (nach 40 „Dienstjahren“), wobei erwiesen ist, dass das, was aus dem Schornstein herauskommt, sauberer ist als das was hinein geht. Wie die FAZ weiter berichtet, rechnet die Windkraftbranche weiter mit einem unverändert schwachen Ausbautempo und fordert eine Änderung des bestehenden Ausschreibungsverfahrens. In diese Richtung argumentieren auch unsere Grünen-Freunde in Stuttgart, die bereits eine „Warnmitteilung“ zum Ausbau der Windenergie im Südwesten abgesetzt haben: „Nach 123 Anlagen im Jahr 2017 seien im vergangenen Jahr nur 35 Windräder in Baden-Württemberg neu gebaut worden“, so die Rhein-Neckar-Zeitung am 24. Januar und ergänzt: „Alle (720) Windräder im Südwesten zusammen produzieren bei günstigem Wind etwa so viel Strom wie der noch arbeitende Block 2 des Atomkraftwerks Philippsburg.“ Gute Leistung – wenn der Wind weht! Und das ist das Problem – wir bleiben weiterhin „hart am Wind“.

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