Karl Brand: „Notfalls gehen wir auf die Straße“

Zum Thema „Windräder im Wald: Werden Natur- und Landschaftsschutz ausgehebelt?“ hatten die BI’s Gegenwind Schriesheim und Hirschberg Mitte letzter Woche ins Schriesheimer Hotel Restaurant „Neues Ludwigstal“ eingeladen. „Wir dürfen uns von den Politikern nicht länger an der Nase herumführen lassen; der Windkraftindustrie in unserem Landschaftsschutz- und FFH-Gebiet muss eine deutliche Absage erteilt werden,“ so Karl Brand, Initiator und Sprecher der Bi Gegenwind Hirschberg. Er machte klar, dass Landschaftsschutz nicht nur Schutz der Natur bedeute, sondern ebenso Schutz einer Kulturlandschaft, der Naherholung und damit auch des Menschen. „Wir lassen uns unser Naherholungsgebiet nicht von der Windindustrie kaputt machen; dafür kämpfen wir und dafür gehen wir notfalls auf die Straße“, lautete sein Credo, das die einhellige Unterstützung der Gäste fand. Brand sprach die lange Tradition des Landschaftsschutzes an der Bergstraße an, ebenso die Auszeichnung der UNESCO zum „GeoPark Bergstraße-Odenwald“.
Dr. Marcel Münderle, Biologe und bekennender Vogelnarr der in Hirschberg ansässigen Rifcon GmbH, wies darauf hin, dass Windräder im vorgesehenen Gebiet um die Hohe Waid/Schriesheimer Hütte/Ursenbacher Höhe den sicheren Tod für viele Vögel und Fledermäuse bedeuten würde, wobei sich in diesem Gebiet auch „besondere und geschützte Tierarten“ aufhielten. Er habe hier 12 Fledermausarten – von der Bechsteinfledermaus bis zum Großen Abendsegler – nachgewiesen. Auch seltene und gefährdete Brutvogelarten wie der Mittelspecht und der Schwarzspecht seien in diesem Gebiet heimisch. Münderle kritisierte die Vorgehensweise im Genehmigungsverfahren für Windräder. Die Gutachten, die erforderlich seien, würden vom Investor selbst beauftragt. Es gäbe keine zertifizierten Gutachter und keine staatliche Überwachung der Ergebnisse. Die Folge seien Gefälligkeitsgutachten. Zudem kommt es – so Münderle – gelegentlich sogar zu „Umweltkriminalität“: So störte in einem Windkraftgebiet ein Storchennest, das kurzerhand vernichtet wurde.
In der abschließenden Diskussion kam der ganze Unmut der Teilnehmer gegen das Windkraftvorhaben an der Bergstraße noch einmal zum Ausdruck. „Wir brauchen eine andere Wahl der Vokabeln,“ meinte ein Zuhörer, der damit sagen wollte: Wir müssen eine härtere Gangart einschalten. Das ist auch beschlossene Sache. Mit Spannung werden nun erst einmal die Beschlüsse des Nachbarschaftsverbandes Ende November erwartet.

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