Großes Interesse an „Artenschutz und Windkraftindustrie“

Mitte letzter Woche hatten die BI’s Hirschberg und Schriesheim interessierte Bürger aus unseren Gemeinden und den nahen Odenwald-Ortsteilen zum Thema „Artenschutz“ nach Rippenweier eingeladen. Den knapp 50 Gästen machten die Biologen Dr. Michael Riffel, Geschäftsführer der in Hirschberg ansässigen Firma RIFCON GmbH, und Dr. Marcel Münderle, u.a. Naturschutzwart des Landkreises Karlsruhe klar, welche Folgen die vorgesehene Installation von Windrädern in den benannten Konzentrationszonen für Vogel- und Fledermausarten haben würde. In diesem Gebiet wurden in diesem Frühjahr über 10 Fledermausarten registriert, darunter die Bechsteinfledermaus, eine der in Deutschland am strengsten geschützten Arten, die auch auf der „Roten Liste“ Baden-Württembergs als stark gefährdet aufgeführt wird. Dr. Riffel geht davon aus, dass in Deutschland mindestens 260tsd. Fledermäuse durch Windräder getötet werden, die wiederum knapp 500 Tonnen Insekten vertilgt hätten. Da sich hierunter auch eine Vielzahl von Schadinsekten befinden, resultiert hieraus ein erhöhter Einsatz von Insektiziden in Land- und Forstwirtschaft. Das bedeutet, dass unsere Obst- und Gemüsebauern, aber auch unsere Winzer deutlich mehr Pflanzenschutzmittel einsetzten müss(t)en.
Dr. Münderle verwies auf die in dem benannten Gebiet vorkommenden Vogelarten, von denen einige streng geschützt sind. Die in der Umgebung von Ursenbach und damit der „Hohe Waid“ befindlichen naturbelassenen Wälder, die sich mit Streuobstwiesen abwechseln, sind dafür das ideale Revier, in dem auch sieben Spechtarten beheimatet sind. Auch der Rotmilan wurde hier mehrmals gesichtet, was darauf hinweist, dass sich in der Nähe auch ein entsprechender Horst befindet. Und dann heißt es: Abstand halten! Der Referent schockierte die Zuhörer damit, dass „offiziell“ rd. 200tsd. Vögel jährlich durch Windräder ums Leben kommen, wobei die Dunkelziffer weitaus höher liegen dürfte. Aber das, so Dr. Münderle abschließend, störe wohl keinen Befürworter von Windkraftanlagen, genauso wenig wie Verstöße gegen Vogelschutzrichtlinien der Europäischen Union. Auch das bedeutet für uns, dass wir weiterhin „hart am Wind“ bleiben.

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